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Entrepreneurship, Mental Health & Buchrezension : Flower Ladies: Von der Pflanzen-Leidenschaft zur Geschäftsidee. 20 Frauen im Porträt (Gebundene Ausgabe)

Heute starte ich mal mit einem Experiment. Manche werden es bestimmt seltsam finden, oder gar verwerflich, aber ich muss es einfach tun…

Es geht darum, dass ich im Rahmen meines persönlichen Digital Lifedesign Entrepreneurships versuche die Möglichkeiten des Digitalen mit dem Thema Mental Health zu verbinden. Ich erforsche die Hypothese, dass es möglich ist, mit den digitalen Tools ein Small Business zu entwickeln, welches Werte für andere Menschen und zusätzliches Einkommen der passiveren Art generiert.

Denn für viele psychisch belastete Menschen ist es nicht mehr möglich die Doktrin des Vollzeiterwerbes zu leben, aus unterschiedliche Gründen. Das endet dann häufig, nach Krankengeld, Arbeitslosengeld in Hartz IV, oder Erwerbsminderungsrente in aufstockender Sozialhilfe, Zuverdienstprojekten oder einer Wfbm. Mit Glück auch einer Weiterbeschäftigung durch ein gutes betriebliches Eingliederungsmanagement, mit reduzierter Arbeitszeit oder Teilberentung. An all diesen Wegen ist primär nichts schlechtes, führt aber eben auch zu finanzieller Armut oder sozialer Exclusion. Dieses trotz Anti-Stigma oder Bundesteilhabegesetz. Persönliche Freiheit und Unabhängig ist dann etwas anderes…

Gerade verfolgte ich den Online Kongress “Hochsensibilität im Business”, veranstaltet von Christian Hagen und Dr. Christina Sternbauer. Christina arbeitet als angehende Psychiater auf einer psychiatrischen Station, erlebt dort täglich Menschen in psychischen Krisen.

Ein Großteil von diesen Menschen berichtet von Stress und Überforderung am Arbeitsplatz, der am Ende nicht mehr zu kompensieren war, was zu einem Zusammenbruch mit Einweisung führte. Ähnlichen hörte ich auf einer Reha und häufig genug auch von “meinen” KlientInnen. Abgesehen davon, habe ich meine persönliche Geschichte mit dieser Thematik, die mich dazu zwang, meine Arbeitszeit auf derzeitig 24 Wochenstunden zu reduzieren, was als alleiniger Broterwerb für vier Familienmitglieder schon finanziell schwierig ist. Aber letztendlich entschied ich mich dafür, der Zwang entstand da eher aus der Sorge um meine weitere Gesundheit die zum Glück jetzt über zwei Jahre stabil ist.

So, sorry der langen Vorrede…

Eine Möglichkeit etwas Geld zu erwirtschaften sind sogenannte Affilate Programme, hier von Amazon. Es gibt sie aber in verschiedensten Themenbereichen. Platt gesagt bewirbt man ein fremdes Produkt und erhält, so jemand es über einen speziellen Werberin kauft, eine Provision. Dass heißt natürlich, man muss es bewerben, dazu das notwendige Know How haben, nebst der digitalen Online Umgebung. Genau, jetzt sagt jemand irre, wie soll man dass den schaffen, mit einer psychischen Erkrankung. Gut, möglicherweise schafft es nicht jeder, schon garnicht in einer akuten Phase. Aber möglicherweise, dann doch, mit Unterstützung, Ermutigung oder zusammen mit anderen. So eine weitere testens-werte Hypothese… Ich bin da auch nicht das Modell schlechthin, aber dass ich dieses hier schreibe und probiere, habe ich mir selber erarbeitet. Und wenn ich es mit fast 54 Jahren zumindest versuche, gibt es bestimmt auch für einige mehr diese Chance….

Als Liebhaber gut gemachter Sachbücher, erprobte ich letzte Woche eine Mini-Buchrezension bei Instagram, spontan. Das kam gut an und ich dachte mir, da könnte mehr möglich sein… Und auch in diesem Buch geht es um Gründungen im Offline-Bereich. Warum sollten nicht Menschen alleine, mit Unterstützung oder als Gruppe einen schönen Blumenladen eröffnen…

In diesem Post vermische ich nun diesen Hintergrund, mit einer aktuellen Rezension und Werbung. Diese Mischung mache ich nur jetzt, zur Projektbeschreibung, danach trenne ich weitere Beiträge von Werbung.

Also, ich erhalte eine kleine Provision, falls jemand dies Buch über den unten stehen Link bestellt.

 

So, hier geht es los… :

Letzte Woche habe ich ein Buch entdeckt, was ich so wunderbar fand, dass ich es fotografierte und bei Instagram postete, weil ich einfach fand, dass die Welt davon erfahren sollte…

 

Ja, es ist Werbung, aber dieses Buch ist ausgesprochen schön, inspirierend und lebendig 🕊🌈🐣
Flower Ladies
Von der Pflanzenleidenschaft zur Geschäftsidee.
20 Frauen im Porträt
Die Autorinnen @greenfingers.munich@lingk 🌹🌸🌹 Dieses Buch ist einfach unglaublich schön konzipiert und gestaltet, steckt voll mit Geschichten, Persönlichkeiten und Inspiration für Small Businesses. Die Zielgruppe sind kreative Frauen, aber es spricht auch meine alte Gärtnerseele an. Also, wer schon immer etwas mit Pflanzen gestalten wollte, so selbständig, findet hier viel Feines… 🌻

 

 

 

Psychisch Krank : Hartz IV & Entrepreneurship?

Entrepreneurship, Solo-Entrepreneuer und Micro-Entrepreneurship sind feine Begriffe. Ich versuche heute in diesem Beitrag die Nützlichkeit dieser Begriffe und ihrer Konzepte für die Unterstützung erwerbsloser psychisch erkrankter Menschen zu ergründen. Ich denke also laut, ohne zu erwarten, dass die richtige Lösung dabei heraus kommt. Aber vielleicht entsteht dadurch ein Denkpfad in eine andere Möglichkeit…

Entrepreneur kommt aus dem französischen und bedeutet „unternehmen“. Da gäbe es also die Unternehmung, den Solo-Unternehmer und das Micro-Unternehmen.

Im deutschsprachigen Raum hat sich Prof. Günther Faltin mit diesem Thema eingehend beschäftigt, geforscht, publiziert und mit der Tee-Kampagne praktiziert. In seinem Buch „Wir sind das Kapital“, zeigt er Wege auf, wie nahezu jeder mit Hilfe von einzelnen Komponenten eine Unternehmung aufbauen kann, wenn er sich damit ausreichend beschäftigt und kreativ gestalten möchte.

Der Mitbegründer des Fritz Perle Institutes und Entwickler der Integrativen Therapie, Prof. Hilario Petzhold, schrieb zusammen mit Prof. Peter Hartz ein bisher wenig beachtetes Buch mit dem Titel „Wege aus der Arbeitslosigkeit: Minipreneure. Chancen um das Leben neu zu gestalten. Zur Bewältigung von Langzeitarbeitslosigkeit“. Nun bin ich kein besonderer Freund von Peter Hartz, aber ich beschäftigte mich seit meines Studiums immer wieder mit Büchern zur Integrativen Therapie, vor dem Hintergrund der Unterstützung für psychisch erkrankte Menschen. Diese Ansätze erlebte ich tief und umfassend durchdacht, integrativ und humanistisch geprägt.

Sich dem Thema Langzeitarbeitslosigkeit mit dem Konzept Micropreneure anzunähern fand ich erst einmal innovativ. Erfolgreiche Ansätze sind mir aus Amerika bekannt. Auch dort ist es für psychisch erkrankte langzeitarbeitslose Menschen, und um diese geht es mir hier, schwer möglich eine Beschäftigung zu finden. Auf der Suche nach Lösungen entwickelten Menschen aus der dortigen Psychiatrieerfahrenen-Szene das Projekt „Incube“, welches aus Geldern der Reduzierung von Krankenhausbetten finanziert wurde. Incube wurde als Genossenschaft konzipiert, welche Menschen unterstützen sollte, die sich eine Kleingründung vorstellen konnten. Es ging dort um Kopierdienste, Floristik, Schreibdienste, Kuriere, Hundsitter, PC-Doc und ähnliches. Betrieben wurde die Genossenschaft von psychiatrieerfahrenen Menschen. Diese Entwickelten Beratungs- und Unterstützungsmodule für Kleingründer, von der Ideensuche, der Gestaltung, der Buchhaltung, bis hin zum Marketing einer Unternehmung.

Welchen Wert eine solch eigene, erfolgreiche Unternehmung für diese Menschen hat, braucht sicherlich keine weitere Erklärung.

Wenn man sich in Deutschland dem Thema psychischer Behinderung und Arbeit annähert, findet sich viel beackertes Land zum Thema Umschulung, berufliches Training, Integrationsbetriebe, Werkstätten für behinderte Menschen und Zuverdienst-Projekte. Zum Thema Gründung und Schwerbehinderung findet sich wenig.

Als Leuchtturm erscheint das Berliner Projekt Enterability, welches zumeist körperlich schwerbehinderte Menschen auf dem Weg in eine Selbständigkeit begleitet. Die dortigen MitarbeiterInnen sind fachlich und persönlich sehr engagiert, was ich vor längerer Zeit in einem Telefonat mit dem Projektleiter erleben durfte. Auch in diesem Projekt wird verdeutlicht, dass eine Gründung anspruchsvoll für Gründungswillige ist, aber bei entsprechender persönlicher, fachlicher Eignung und guter Unterstützung möglich ist.

Das jemand in einer akuten Phase einer psychischen Erkrankung keine Unternehmung gründet, es sei denn er leidet gerade unter einer Manie, versteht sich ebenfalls von selbst. Und wenn jemand das Glück hat, durch ein sehr gutes betriebliches Eingliederungsmanagement im Unternehmen bleiben zu können, ist es sicher auch keine Option. Aber was ist mit den Menschen die Lust und Fähigkeiten wieder entdecken, entwickeln, oder dabei unterstützt werden, aber nicht aus Hartz IV herauskommen, immer wieder mal auf Arbeitsgelegenheiten oder Projekte hoffen.

Wäre eine Art von Micro-Entrepreneurship nicht möglich, sei es auch „nur“, um seine ALG II Leistungen etwas aufzustocken?

Schauen wir uns einmal ein paar nackte Zahlen und Überlegungen dazu an:

Eine Einzelperson würde nach einem Jahr Arbeitslosigkeit vom Arbeitslosengeld, als Versicherungsleistung, in das Sozialhilfesystem Alg II „fallen“. Hier erhielte diese den „existenzsichernden“ Regelsatz von 409.- Euro monatlich, plus die angemessenen Kosten der Unterkunft.

Um nun als Einzelperson das Äquivalent der Hartz IV – Leistung, also Kosten der Unterkunft plus Regelsatz, zu erwirtschaften, benötigt es ein monatlichen Brutto-Mindestgehalt von ungefähr 1400.- Euro. Bei einem Mindestlohn von 8,50.- Euro Brutto betrüge die dazu notwendige wöchentliche Arbeitszeit 37 Stunden. Bereits darüber könnte man nachdenken…

Jemand muss dazu in der Lage sein, einen Arbeitsplatz täglich zu erreichen und dort gute sieben Stunden einer Tätigkeit nachgehen, inklusive der notwendigen sozialen Anpassungsleistung. Diese Leistung müsste man erbringen, um eigenständig das in diesem Land definierte Existenzminimum abhängig zu erwirtschaften.

Würde jemand nun erstmal hypothetisch darüber nachdenken, selbständig das Existenzminimum erwirtschaften zu wollen, benötigte es ca. 1700.- € Mindestumsatz monatlich ( ergibt sich grob aus dem Bruttolohn einer existenzsichernden Beschäftigung plus den Arbeitgeberanteilen ), um sich an der Grenze zu Hartz IV oder Sozialhilfe zu bewegen. Dazu benötigte es 56.- Euro kalendertäglich, oder 78.- Euro Umsatz täglich, von Montag bis Freitag. Letzteres ohne Einrechnung von Urlaub und Krankheitstagen. Ginge man von sechs Wochen Urlaub und drei Krankheitswochen aus, benötigte es 95.- Euro täglichen Umsatz, in der zur Verfügung stehenden Zeit ( Mo – Fr ).

Im Bezug von ALG II ist es möglich, etwas dazu zu verdienen. Ein erworbenes Einkommen wird hierbei gestaffelt gegengerechnet. Es wäre also möglich „nur“ etwas Zuverdienst zu erwirtschaften, oder sich Stück für Stück der roten Linie der Existenzsicherung durch Alg II zu anzunähern. Das Risiko bestünde darin, dass es nicht funktioniert. Aber wenn es gelänge, nur etwas für gut 100.- Euro im Monat zu verkaufen, als Produkt oder Dienstleistung, wären es 100.- Euro mehr im Monat oder 1200.- Euro im Jahr. Das alles, wie gesagt, hypothetisch…

Catharina Bruns, bekennende Entrepreneurin, veröffentlichte vor Kurzen einen Tweed auf Twitter, mit einem Artikel aus „The Wallstreet Journal“. Dort ging es um einen autistischen Mann, der mit der Unterstützung eines guten Netzwerkes eine eigene Gärtnerei betreibt. Frau Bruns zitiert ihn aus dem Beitrag mit seinen Worten : „I think i see myselfe doing this for the rest of my life“ …

Im nächsten Beitrag verbinden wir obige Gedanken mit dem der Effectuation aus dem letzten Post und schauen ob sich daraus etwas nützliches entwickeln läßt.

Effectuation: Planen und Gestalten in einer unsicheren Welt. Ein Weg für neue Angebote zur seelischen Gesundheit?

Agile Methoden, Design Thinking, Service Design, Human Centered Design und nun auch noch Effectuation…

Hier der im letzten Beitrag angekündigte Artikel zum Thema:

Effectuation: Was ist das? Warum, und vor allem, wem hilft es im Themenbereich der seelischen Gesundheit?

Dr. Saras Sarasvathy ist Kognitionswissenschaftlerin. In einer empirischen Studie erforschte sie das Denken von erfolgreichen Unternehmern und Unternehmerinnen, die mindestens 15 Jahre tätig waren und mehrfach gründeten. Sie hörte diesen Menschen in Gesprächen beim Denken zu, um zu verstehen, wie diese neue Möglichkeiten und Angebote entwickelten.

Insbesondere fand sie dabei Prinzipien heraus die es ermöglichen

„eine Zukunft aktiv zu gestalten, wenn das Umfeld unsicher ist und exakte Vorhersage oder Planung nicht möglich sind.“

Dieses Zitat umschreibt aus meiner Sicht einen wesentlichen Aspekt der Arbeit im Bereich seelischer Gesundheit und Erkrankung.

Auch wenn aktuell wirtschaftlich orientierte „Methoden“ wie SMART-Ziel-Entwicklung in z.B. der Sozialpsychiatrie Einzug hielten, ist das Lebensumfeld betroffener Menschen komplex, das innere und äußere Umfeld unsicher und exakte Planungen und Vorhersagen nicht wirklich möglich. Und trotzdem bleibt die Frage, durch welche Art von Angebotsgestaltung die seelische Gesundheit und damit die Lebensqualität von Menschen verbessert werden kann.

Aus dem Forschungsergebnissen ließen sich vier Prinzipien des Zukunftshandeln herausarbeiten:

  • Leistbarer Verlust statt erwarteter Ertrag: Da es keinen gesicherten Ertrag für die Zukunft gibt, definiert man den leistbaren Verlust. Also, was investiere ich höchstens für eine Möglichkeit, ein Ziel oder einen Entwicklungsschritt. Das kann Zeit, Geld, Dinge, Menschen und weiteres beinhalten
  • Mittelorientierung statt Zielorientierung: Ich gehe von dem aus, was schon vorhanden ist. Also von Ressourcen wie Interessen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Finanzen, Mitteln…
  • Umstände und Zufälle nutzen statt vermeiden: Einfach gesagt, einen Weg gehen und dem was kommt offen begegnen
  • Partnerschaft statt Konkurrenz: Offen für ähnliche Wege der Anderen sein und bleiben, sie mit ins Boot holen, sich austauschen und Vernetzen

„Effectuation fokussiert auf all das, was wir durch unser Handeln gestalten können, wenn die Basis für Vorhersage und Planung fehlt“

Durch dieses Zitat wird der Effectuation-Ansatz aus meiner Sicht zu einer Gestaltung- und Handlungstheorie innerhalb einer hochkomplexen und unsicheren Lebenswelt

Aus diesem Verständnis heraus befindet sich Effectuation in einer guten Gesellschaft zukunftsweisender Haltungen und Methoden für die Gestaltung von Angeboten und Zukunft in diesen Zeiten, auch im Themenbereich der seelischen Gesundheit.

Wer mehr über diesen Ansatz wissen möchte, findet reichhaltige Inspiration auf der österreichischen Website „Effectuation Forschung und Praxis“, aus der auch die Zitate entnommen sind.

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 Seelische Gesundheit, Erkrankung und Chancen der Bewältigung in einer verstörenden Welt

In meinem letzten Beitrag schrieb ich etwas pathetisch, dass wir uns entscheiden müssen, wer wir in diesem Leben sein wollen, was wir zur Gemeinschaft beitragen wollen, wenn wir gut überleben wollen.
Angelehnt an Hellen und Scott Nearing, zwei Pionieren aus der Zeit der amerikanischen Depression, ginge es mir darum ein gutes Leben mit Herz zu führen. Dieses ist frei, weitestgehend selbstbestimmt und wirtschaftlich unabhängig, aber dennoch in Verbundensein mit anderen.
Seelische Gesundheit ist hierzu eine grundlegende Voraussetzung.
Veröffentlichungen der Weltgesundheitsorganisation und der deutschen Krankenkassen machen jedoch deutlich, dass es immer mehr Menschen gibt, die an psychischen Krankheiten leiden, ja, dass die Wahrscheinlichkeit im Leben psychisch zu erkranken hoch ist. Damit verbunden sind verlorene Jahre an Lebensqualität und Lebensfreude, für die Betroffenen selber, aber oft genug auch für ihr soziales Umfeld. In unserer derzeitigen Leistungsgesellschaft führt dieses ebenso oft zu langen Krankheitszeiten, zu Arbeitsplatzverlusten und zu Frühberentungen.
Wie schnell gerade letzteres drohen kann, durfte ich persönlich erleben.

Gesellschaftlich kommt es zu Verlusten von Talenten und Potentialen, hohen Investitionskosten für neue MitarbeiterInnen, hohen Transferkosten. Menschen mit einer seelischen Erkrankung sind in einer längeren Krankheitsphase nur bedingt in der Lage ihre seelische Gesundheit zu managen.
An Depression Erkrankte erhalten oft keine qualitativ hochwertige Behandlung, weil ihre Depression nicht erkannt wird, oder sie mit Scham besetzt ist. Es ist immer noch “leichter“ und anerkannter einen Herzinfarkt überlebt zu haben. Dennoch gibt es gute Behandlungsformen und Unterstützung. Die eine Seite ist die medizinische Versorgung mit Psychotherapie und/oder z.B. Antidepressiva, Sport, gesünderer Ernährung.
Die andere Seite ist die betriebliche Unterstützung.
Ein gutes Unternehmen hat entweder ein gutes betriebliches Eingliederungsmanagement installiert, oder es sich eingekauft.
Ein guter Eingliederungsmanager, gute Eingliederungsmanagerin, koordiniert notwendige Hilfen und einen möglichen Wiedereinstieg in die Tätigkeit.

Für mich war meine erfahrene Unterstützerin ein Segen, gerade auch, weil ich selbst als Profi an meine Grenzen kam. Dazu kam noch eine sehr gute Wiedereingliederung bei und mit Unterstützung meines vorherigen Teamleiters und seines Teams.
Wenn man länger erkrankt ist, hat man Anspruch auf Eingliederungshilfe – ausgeführt durch Hilfen der Sozialpsychiatrie- da entweder eine Behinderung droht oder, zumeist nach einem halben Jahr, per Definition eingetreten ist. Die Kosten werden von der Gemeinschaft übernommen. Da es aber immer mehr Menschen gibt, die Anspruch auf diese Leistungen haben, wurde zuletzt, in Hamburg, die finanzielle monatliche Zuwendung für die Einrichtungen dieser Hilfeart um knapp 50 Prozent reduziert.
Das heißt konkret, dass auch hier der neoliberale Geist Einzug hält, mit Auswirkungen auf Betroffene und ihre Unterstützer.
Ein nicht unerheblicher Anteil an Menschen mit psychischer Erkrankung bezieht Arbeitslosengeld II oder gleich Sozialhilfe.
Viele finden noch Tätigkeiten im Niedriglohnbereich, in Integrationsfirmen, in Zugewinnprojekten oder in Werkstätten für behinderte Menschen.
Für viele ist es das, was sie sich noch zutrauen oder was noch möglich erscheint.
Das ist nicht per se schlecht, aber es hat nur wenig mit Inklusion, Teilhabe-Chancen und Inhalten der UN-Behindertenkonvention zu tun.
Angesichts der anstehenden revolutionären Veränderungen im Bereich von Arbeit, Gesellschaft und Umwelt, besteht der Bedarf nach individuellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lösungen, jetzt.
Das ist wieder pathetisch, aber die Zukunft findet jetzt statt.
Das heißt es geht um die Stärkung und Entwicklung von Individuen und um die Gestaltung beziehungsweise die Entwicklung angemessener, resilienter, antifragiler Organisationsstrukturen, auch um seelische Gesundheit zu erhalten oder mit „Einschränkungen“ leben zu können.
Und es gibt bereits Ansätze um Neues zu gestalten.

Einige davon sind :
Lernende Organisationen
Community Learning
Reinventing Organisations
Pricencing – Von der Zukunft her führen
New Work
agiles Arbeiten
Human- und Service Design Thinking
Effectuation
Social Entrepreneurship
Social Franchising
Micro Entrepreneurship
Small Businesses
Lean Startup
Business Model Innovation
Open Source
DIY

Diese Ansätze sind innovativ, elastisch, stärkend, progressiv und bieten in ihrer Anwendung, insbesondere ihrem Mindset, aus meiner Sicht, Chancen für die Zukunft für seelisch beeinträchtigte Menschen und unser aller seelische Gesundheit, als Grundlage für die positive Gestaltung unserer Zukunft.
Soweit mein Versuch die Notwendigkeit seelischer Gesundheit, die Folgen seelischer Erkrankung und die Chancen für Gestaltung zu skizzieren. Vielleicht hat etwas davon Wert für Betroffene oder unterstützende HelferInnen.
Der nächste Beitrag wird sich voraussichtlich mit dem Thema „Effectuation“ beschäftigen und warum gerade dieser Ansatz eine gute Ausgangsbasis für die Gestaltung innovativer Hilfen oder TätigSeins-Bereiche bietet könnte.

Bis dahin wünsche ich allen eine gute Zeit, mit herzlichen Grüßen aus dem Norden (Wo der Winter naht…)

Die digitale Revolution und was von uns bleiben wird

Bisher dachte ich über den digitalen Wandel nach…

Wandel klingt erst einmal wie etwas was geschieht, aber in einem gut nachzuvollziehenden Tempo: Frühling wandelt sich in den Sommer, Kinder in Jugendliche und Erwachsene, Schüler zu Studenten und Studentinnen. Der Wandel vom Mittelalter, über den Buchdruck zur Aufklärung dauerte. Der zur Industriellen Revolution war schon kürzer und auch kein Wandel mehr.

Ich persönlich erinnere mich noch an unser erstes Telefon. Es war ein dunkelgrüner Apparat mit Wählscheibe und dickem Telefonhörer. Das Telefonkabel war so 3 Meter lang, weil mein Vater zu geizig war ein längeres zu mieten. Mieten, genau, denn das Telefon musste man, nebst Kabel bei der Deutschen Post mieten. Dann bekamen wir den ersten Farbfernseher mit integriertem Telespiel „Ping Pong“. Links und Rechts gab es dicke Balken auf dem Schirm, dazwischen wanderte ein weißer Punkt hin und her. Ich freute mich derweil noch über meinen ersten Kassetten-Recorder. Und dann, war ich einer der ersten Schüler in unserer Klasse, der eine Digital-Uhr von Casio trug. Dem folgte ein erster Taschenrechner, der darauffolgenden sogar programmierbar. Dann erschien der erste Videorecorder. Danach die erste CD. Ich kaufte mir einen C64, später einen Amiga 500, dann einen Windows-PC und mein erstes Modem. Das Internet erschien und ich wartete sehr lange, bis sich bei AOC die Bilder aufbauten. Dann kam der iPod. Meine Schallplatten lagen da schon lange auf einem Stapel in der Ecke. Vor sechzehn Jahren kauften wir uns das erste Nokia-Handy. Telefonbücher und Otto-Kataloge habe ich ausgelassen… . Es folgte der erste Camcorder mit Band und die erste Digitalkamera. Das erste Note-Book war bezahlbar. Jetzt besitzt jedes Familienmitglied ein Smartphone. Ich betreibe Online-Banking, dass es damals noch keine Bank-Automaten gab, lies ich aus, auch EC-Karte und Scheckbuch. Der Zeitraum ab dem grünem Telefon beträgt so gute vierzig Jahre. Internet gibt es so knappe fünfundzwanzig Jahre. Smartphones erschienen mit dem ersten iPhone.

So, und nun entwickelt sich Nanotechnologie, Biotechnologie, Quantencomputer, Robotik, künstliche Intelligenz, Brain-Computer-Interfaces, Virtuell-Reality, Blockchain.

Dazu kommt der Klimawandel, Wassermangel, Phosphatmangel, Bodenerosion, versauernde Ozeane, verschwindende Wälder und so manches mehr. Die Evolution der Technik wird dazu führen, dass es bei Amazon kaum noch jemanden geben wird, der streikbereit ist, weil KI und Roboter die Lagerverwaltung machen. Ähnlich wird es Fahrern ergehen. Pflegejobs? Nun, in Japan gibt es die ersten Pflegeroboter. Verkäufer, da schaue man sich Amazons ersten automatischen Kiosk an.

Und dann geht es zum Mittelstand. Dazu las ich gerade das klug geschriebene Buch „Der stille Raub: Wie das Internet die Mittelschicht zerstört und was Gewinner der digitalen Revolution anders machen“ von Gerald Hörhan . Bankangestellte, Rechtsanwälte, Radiologen, Steuerberater, Richter, Architekten, Sachbearbeiter, selbst Manager, alles bedrohte Berufe und Tätigkeiten, werden verschwinden und reduziert. Und das nicht erst in vierzig Jahren, sondern weit vorher. Nun, mein derzeitiger Brot-Job als Sozialarbeiter wird, so man ihn noch bezahlen möchte, auch nicht ohne Risiko sein. Eine gute KI wird gut individuell diagnostizieren und beraten können. Die ersten KI-Systeme erkennen eine Alkoholerkrankung, Depressionen und Schizophrenien schon vor einer akuten Phase, an Stimmen-Mustern und am Schreibstil. Und fein ist daran, da bin ich echt von begeistert, sie bringen es sich schon selber bei…

Wenn man sich das nun so alles in Ruhe anschaut, etwas dazu recherchiert, durchdenkt, dann könnte man darauf kommen: Wir sind in absehbarer Zeit am A…

Gleichzeitig könnten wir erkennen, dass eine obere Schicht der Menschen gut für sich gesorgt hat, wir derweilen auf das neue Smartphone warten, mit Brot und Spielen bedient werden. Nun könnte man, so nicht schon geschehen mit dem Trinken beginnen oder später in visueller Realität ertrinken. Wir könnten uns dieser Transformation, dieser Revolution aber auch als Menschen und Bürger stellen, uns darauf besinnen, was wir sind und werden wollen, jeder Einzelne und gemeinsam als Menschheit. Das ist wahrlich pathetisch, aber angesichts der Realitäten durchaus angemessen, wenn wir gut überleben wollen.

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